Durch den Norden Portugals

Im September 2026 machten wir eine kleine Rundreise durch den grünen Norden Portugals. Dabei lernten wir die abwechslungsreiche Landschaft und die Kultur dieser Region kennen.
Unsere zweite Wanderung führte durch das Urtigosa-Tal. Es ist ein landschaftlich sehr schönes, eher ruhiges Tal, das vom Rio Urtigosa durchflossen wird.
Auf dem Weg kommt man durch viele kleine Orte. Besonders reizvoll sind die alten Wassermühlen, kleinen Kapellen und die Bachläufe des Urtigosa und seines Nebenflusses.
Historisch interessant ist Rossas, denn der Ort war mit der Ordensgemeinschaft der Malteser verbunden. Rossas ist heute vor allem durch den Wanderweg PR2 „Caminhos do Vale do Urtigosa“ interessant. Ausgangs- und Endpunkt ist die Igreja Matriz de Rossas.
Der Wanderweg ist eine abwechslungsreiche Tour durch die Kulturlandschaft des Urtigosa-Tals. Die rund 11 km lange Rundwanderung führt durch kleine Dörfer, vorbei an Kapellen und historischen Wassermühlen und entlang des Urtigosa und der Ribeira da Escaiba.
Auf der Wanderung wird ein Gegensatz besonders deutlich: unten im Tal die alte bäuerliche Kulturlandschaft – an den Hängen die moderne, stark vom Eukalyptus geprägte Forstwirtschaft. Dadurch lässt sich während der Wanderung der Landschaftswandel der letzten Jahrzehnte unmittelbar nachvollziehen.


Rossas – auf den Spuren der Malteser
Am Eingang zum Vale do Urtigosa liegt das kleine Dorf Rossas, dessen Geschichte eng mit der mittelalterlichen Ordensgemeinschaft der Malteser verbunden ist. Über Jahrhunderte war Rossas ein Zentrum des Malteserordens, der hier über umfangreichen Grundbesitz und besondere Herrschaftsrechte verfügte. Grenzsteine und die alte Pfarrkirche erinnern noch heute an diese Zeit.
Zugleich bildet der Ort den Ausgangspunkt für den Weg durch das grüne Tal des Urtigosa, vorbei an kleinen Dörfern, Kapellen und alten Wassermühlen. So verbindet Rossas auf engem Raum die Geschichte der Serra da Freita mit ihrer ursprünglichen Kulturlandschaft.
Gegensatz:
alte bäuerliche Kulturlandschaft – moderne, stark vom Eukalyptus geprägte Forstwirtschaft.
Beim Wandern durch das Vale do Urtigosa fällt der Wechsel zwischen kleinen Feldern, Dörfern und ausgedehnten Waldflächen auf. Die traditionelle Landwirtschaft ist noch immer präsent: In den fruchtbaren Tallagen werden Mais, Gemüse, Obst und Wein angebaut, daneben gibt es kleine Viehbestände und Gärten.
Doch die einst für das Überleben der Dörfer so wichtige Landwirtschaft ist stark zurückgegangen.
An ihre Stelle sind auf vielen Flächen Wälder getreten, vor allem Eukalyptus. Sein schnelles Wachstum und die gute Vermarktung des Holzes machen ihn für die Besitzer kleiner Grundstücke wirtschaftlich attraktiv. So prägt der Eukalyptus heute große Teile der Hänge rund um Arouca und ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Zugleich verändert er das Landschaftsbild: Die frühere kleinteilige Kulturlandschaft wird zunehmend von größeren, einheitlichen Waldflächen abgelöst.
Nach den Erfahrungen mit schweren Waldbränden bemüht man sich inzwischen verstärkt um eine vielfältigere und widerstandsfähigere Landschaft mit heimischen Baumarten und einem Mosaik verschiedener Nutzungen.












Unsere Wanderroute durch das Urtigosa-Tal:

