
Das Havelland ist eine Landschaft zwischen Wasser und Weite, geprägt von der Havel, stillen Seen, alten Alleen, historischen Städten und eindrucksvollen Schlössern. Auf unserer Reise begegnen sich Natur und Geschichte immer wieder – manchmal verborgen in kleinen Dörfern und Uferwegen, manchmal sichtbar in den historischen Stadtbildern und Schlossanlagen.
Unsere Fahrradtouren im Mai 2026 folgten ein Stück weit diesen Spuren. Von Brandenburg an der Havel über Neuruppin und Rheinsberg bis zu den Schlössern und Landschaften entlang der Havel entstanden dabei ganz eigene Eindrücke.
Unsere Stationen auf der Tour:
– Werder
– Kirchmöser.
– Schloss Plaue
– Domstiftsgut Mötzow


Von Werder nach Brandenburg
Von Brandenburg sind es zwei Stationen mit der Regionalbahn nach Werder. Der Weg zurück führt auf schönen Wegen teilweise direkt an der Havel entlang.


Werder (Havel)
– Insel, Obstgärten und Blüten
„Werder“ bedeutet so viel wie vom Wasser umflossenes Land – passender könnte der Name kaum sein. Die historische Altstadt liegt auf einer Insel in der Havel und wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Schon früh prägten Fischerei und Handel das Leben der Bewohner; später kamen Obst- und Weinbau hinzu. (Stadt Werder (Havel))
Werder liegt idyllisch zwischen Havelarmen, Seen und ausgedehnten Obstplantagen. Das historische Zentrum befindet sich auf der Insel Werder und ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Alte Fischerhäuser, enge Gassen und die Silhouette der Heilig-Geist-Kirche verleihen der Insel bis heute ihren besonderen Charakter.
Ein Rundgang über die Insel führt durch enge Gassen mit alten Fischerhäusern. Die neugotische Heilig-Geist-Kirche mit ihrem 45 Meter hohen Turm, das Alte Rathaus und die rekonstruierte Bockwindmühle bilden die charakteristische Silhouette der Stadt. Außerhalb der Insel erinnern Obstplantagen, Weinberge und die von Lenné geprägte Kulturlandschaft an die lange Tradition des Garten- und Obstbaus. (Havelland)
Besonders bekannt ist Werder für die Baumblüte. Seit 1879 wird das Baumblütenfest gefeiert, wenn sich die Obstgärten im Frühjahr in ein weiß-rosa Blütenmeer verwandeln. Auch der Weinbau wird bis heute gepflegt. (Havelland)


Marktplatz Werder / Havel


Bockwindmühle Werder / Havel








Heilig-Geist-Kirche
Fähre Ketzin
Die Havelfähre „Charlotte“, ermöglicht das ganzjährige Übersetzen von Ketzin nach Schmergow und zur Blütenstadt Werder (Havel) . Gäste, die mit dem Rad unterwegs sind, erreichen mit Charlotte den Havel-Radweg am gegenüberliegenden Ufer. Schon seit 1375 heißt es in Ketzin/Havel „Fährmann, hol`über“.
Schloss Gollwitz
Das barocke Gutshaus in Gollwitz stammt ursprünglich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Erneuerungen 1929. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde das sogenannte Schloss samt dem Rittergut im Zuge der Bodenreform durch die sowjetische Verwaltung enteignet. Während der DDR-Zeit befand sich eine Schule in dem Gebäude.
Nach einer umfangreichen Sanierung befindet sich seit 2009 eine Begegnungsstätte für jüdische und nichtjüdische Menschen in dem Schloss. Es befindet sich im Besitz der Stiftung Schloss Gollwitz in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.






Tourenplan:


https://www.komoot.com/tour/2971180849
Rund um den Plauer See und dem Beetzsee
Seilfähre Neuendorf
Die Grundseilfähre über die Havel stammt aus dem Jahr . Die Fähre wird nur im Sommerhalbjahr von April bis Oktober betrieben




Aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit gerade in den Nachwendejahren wurde von der Kommune Brandenburg nach der Saison 1997 der Fährbetrieb vollständig eingestellt. Jedoch wurde aufgrund von Protesten und eines wieder zunehmenden Ausflugsverkehrs der Fährbetrieb nach einer Generalüberholung des Fährschiffs im Frühjahr 2000 durch die Brandenburger Dienstleistungen GmbH wieder aufgenommen. Die Fähre wird nur im Sommerhalbjahr von April bis Oktober betrieben.
Kirchmöser
– Industriekultur zwischen Seen
Wo heute Wasser, Wälder und eine ungewöhnliche Mischung aus Wohnvierteln und Industriebauten zu finden sind, lag einst das kleine Dorf Möser. Seine Geschichte änderte sich grundlegend während des Ersten Weltkriegs. Ab 1915 entstand hier eine riesige königlich-preußische Pulverfabrik mit hunderten Gebäuden. Der Ort wurde 1916 in Kirchmöser umbenannt. (Förderkreis Alte Kirchen)
Nach dem Krieg übernahm die Deutsche Reichsbahn das Gelände. Es entstand ein modernes Eisenbahnwerk, das Lokomotiven und Waggons instand setzte und zeitweise mehrere tausend Menschen beschäftigte. Die charakteristischen roten Klinkerbauten, der Wasserturm und die großzügig geplanten Wohnsiedlungen prägen Kirchmöser bis heute. (Wikipedia)
Kirchmöser zeigt eine ganz andere Seite des Havellandes: nicht Schlösser und Herrenhäuser, sondern Industriegeschichte inmitten einer Seenlandschaft. Nach dem Niedergang vieler Betriebe nach 1990 wird das historische Industrieareal heute schrittweise revitalisiert; unter anderem ist dort weiterhin Eisenbahntechnik angesiedelt. Gleichzeitig werden denkmalgeschützte Gebäude erhalten. (Wikipedia)












Schloss Plaue
– Fontanes Blick auf ein märkisches Schloss
Am Ufer der Havel, im heutigen Ortsteil Plaue von Brandenburg an der Havel, liegt Schloss Plaue inmitten einer reizvollen Landschaft aus Wasser, Park und alten Bäumen. Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück und ist eng mit der Havel und der regionalen Adelsgeschichte verbunden.
Fontane widmete Plaue ein eigenes Kapitel in seinem Werk „Fünf Schlösser“. Dort beschreibt er nicht nur das Schloss, sondern auch die Umgebung und Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden waren. Interessanterweise fehlt Plaue in seinem eigentlichen „Havelland“-Band – dennoch ist der Fontane-Bezug hier besonders stark. Heute erinnert ein eigener Plauer Fontaneweg an seine Aufenthalte und Beobachtungen.


Schloss Plaue








Die Ursprünge reichen bis zu einer mittelalterlichen Burganlage zurück. Im 16. Jahrhundert entstand an ihrer Stelle ein Schloss, das im Dreißigjährigen Krieg schwer zerstört wurde.
Das heutige Schloss entstand im 18. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Besonders prägend ist seine Lage unmittelbar am Wasser. Zusammen mit dem Schlosspark bildet das Gebäude ein Ensemble, das historische Architektur und die weitläufige Havellandschaft miteinander verbindet.
Im 20. Jahrhundert erlebte die Anlage, wie viele historische Gebäude in Brandenburg, wechselnde Nutzungen und Zeiten des Verfalls. Nach der deutschen Wiedervereinigung rückten Erhalt und Sanierung des Schlosses und seiner Umgebung wieder stärker in den Mittelpunkt.
Heute sind Schloss und Park vor allem wegen ihrer idyllischen Lage und der Verbindung von Architektur und Wasser interessant. Uferwege, alte Bäume und weite Blicke über die Havel schaffen zahlreiche stimmungsvolle Motive und machen Plaue zu einem besonderen fotografischen Ziel.
Hier begegnet man eine für Brandenburg typische Mischung aus großer Vergangenheit und sichtbaren Spuren des Verfalls. Vielleicht hätte gerade dieser Gegensatz Fontanes Interesse gefunden: ein Ort, an dem Geschichte nicht nur in restaurierten Fassaden, sondern auch in ihren Brüchen erkennbar bleibt.
Domstiftsgut Mötzow
– Vom Wirtschaftshof zum Erlebnisgut
Die Geschichte des Domstiftsgutes Mötzow reicht weit zurück. Bereits 1204 wird der Besitz in den Urkunden des Brandenburger Domes erwähnt. Über Jahrhunderte wurde das Gut vom Domkapitel bewirtschaftet und entwickelte sich zu einem bedeutenden landwirtschaftlichen Betrieb. Im 17. Jahrhundert gehörten große Viehbestände und umfangreiche Ackerflächen dazu. (vielfruchthof.de)
Das heutige Gutshaus entstand 1894 im Stil des Historismus. Der schlossartige Bau mit seinen roten Backsteinen, Türmchen, Risaliten und zahlreichen architektonischen Details bildet zusammen mit Speicher, Ställen, Schmiede, Brennerei und weiteren Wirtschaftsgebäuden ein eindrucksvolles historisches Gutshofensemble. (Wikipedia)




Mötzow ist damit ein schönes Beispiel für das, was Fontanes Reisen bis heute bedeutsam macht: Die märkische Landschaft besteht nicht nur aus Schlössern und Städten, sondern auch aus Gutshöfen, Landwirtschaft und den Geschichten der Menschen, die diese Landschaft über Jahrhunderte geprägt haben.
Tourenplan:


https://www.komoot.com/de-de/tour/2965171694
Weitere Beiträge sind in Vorbereitung
Alle Touren bei Komoot:
https://www.komoot.com/de-de/collection/4136807/-havelland-2026
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